Bewegungs- und Körpertherapie

Eines der Hauptsymptome einer Essstörung ist die sogenannte „Körperbildstörung“. Die betroffenen Patienten nehmen ihren Körper in verzerrter Form wahr und verlieren so den realistischen Bezug zu ihrem Körperbild, was häufig dazu führt, dass sie den eigenen Körper ablehnen. Die Körperwahrnehmung ist hierbei grundlegend gestört und der Kontakt zum „Körper-Selbst“ unterbrochen.

Der Fokus der körperorientierten Therapie liegt auf der Körperwahrnehmungsschulung mit dem Ziel, das gestörte Körperbild zu korrigieren bzw. betroffenen Patienten die Möglichkeit zu geben, einen gesunden und positiven Umgang mit dem eigenen Körper zu erfahren und neu zu erlernen. 

In der Gruppen-Körpertherapie haben essgestörte Patienten die Möglichkeit Entspannungstechniken (Progressive Muskelrelaxation, Yoga, Massage) und spezielle Körperwahrnehmungsübungen (Bartenieff-Körperarbeit, Spür-Arbeit nach E. Gindler) zu erlernen. Ziel ist es die gesamte Körperwahrnehmung (auch Sinneswahrnehmung) zu fördern und Phasen der Anspannung bzw. Entspannung bewusst zu machen. Den Patienten wird hierbei auch Gelegenheit gegeben Verbindungen zwischen Körperempfindungen und emotionaler Befindlichkeit zu erkennen und zu benennen. 

Fester Bestandteil der Therapie sind die Methoden der Körperkonfrontation (Spiegel-Arbeit und Video-Feedback). Diese begleiten den Therapieprozess und fördern auf visueller Ebene die Eigenwahrnehmung. Sie unterstützen und fördern die Körper-Akzeptanz.

Hinzu kommen Bewegungsangebote im Bereich Tanz, kreative Bewegung, non-verbaler Körperausdruck und Kontakt-Improvisation. Die Bewegung fungiert hier als Mittel zur Spannungsregulation, aber auch als Möglichkeit sich über den Körper mitzuteilen. Das Vertrauen der Patienten in den eigenen Körper soll ebenso gefördert werden wie das Vertrauen der einzelnen Gruppenteilnehmer untereinander (Gruppen-Kohäsion).

Für Patienten, die ihr Zielgewicht erreicht haben, gibt es die Möglichkeit an einer Sportgruppe teilzunehmen. Alle Bewegungsangebote haben auch zum Ziel, den Patienten den Spaß an der Bewegung wieder näher zu bringen. Der Leistungsgedanke rückt dabei in den Hintergrund.

Die Körpertherapie bietet einen sicheren Rahmen, in dem sich die essgestörten Patienten über ihre individuellen Körpererfahrungen austauschen können. Sie haben somit die Möglichkeit langfristig eine veränderte Körper-Bewusstheit zu entwickeln und eine neue, positive und gesunde Beziehung zum eigenen Körper aufzubauen.

Kontakt

Zentrale Anmeldung
Tel. (0351) 458 35 76
Fax (0351) 458 73 18

 

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Gerne würde wir, die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie Dresden, dauerhaft für alle Patienten auf der Spezialstation für Essstörungen mehr körperthe­rapeutische Angebote zur Verfügung stellen. Jeder Patient sollte einen Platz für die Einzel­körpertherapie angeboten bekommen.
Mit Ihrer Spende können Sie daher ein wichtiges und wertvolles therapeutisches Zusatzangebot von höchster Qualität unterstützen und somit zur Genesung eines an einer Essstörung erkrank­ten jungen Menschen beitragen.

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