Forschungsgruppen

Der Bereich Experimentelle Entwicklungspsychopathologie unter Leitung des Klinikdirektors Prof. Dr. Veit Rößner beschäftigt sich mit vielfältigen Themen des Störungsspektrums Tic-, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitäts- und Zwangsstörungen sowie Autismusspektrumsstörungen. Dabei werden neben Verhaltensdaten auch neurophysiologische und biologische Parameter von betroffenen sowie gesunden Kindern und Jugendlichen betrachtet und miteinander verglichen. Je nach Studienschwerpunkt kommen verschiedene Methoden wie Elektroenzephalogramm (EEG), Magnetresonanztomographie (MRT) und computergestützte Testverfahren zum Einsatz.

Der Bereich Kognitive Neurophysiologie wird von Prof. Dr. Christian Beste geleitet. Der Forschungsschwerpunkt liegt auf der Untersuchung von Handlungskontrolle, Aufmerksamkeit und Multitasking. Im Rahmen unserer Forschung soll untersucht werden, inwiefern Veränderungen dieser Fähigkeiten zu Störungsbildern wie Tourette, Zwangshandlungen, ADHS oder Autismus beitragen. Mögliche Veränderungen dieser Fähigkeiten werden bei betroffenen Kindern sowie bei gesunden Kontrollprobanden gleichen Alters mittels Hirnstrommessung, Magnetresonanztomographie und transkranieller Magnetstimulation untersucht. Des Weiteren bieten wir sogenanntes Neurofeedbacktraining an, mit dessen Hilfe Funktionen wie Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit verbessert werden können.

Der Bereich Angewandte Entwicklungsneurowissenschaften wird von Herrn Prof. Dr. Stefan Ehrlich geleitet und forscht schwerpunktmäßig zu den Störungsbildern Anorexia Nervosa (Magersucht), Schizophrenie und Autismus. Bei Patientinnen mit Essstörungen untersuchen wir biologische Faktoren, die die Entstehung und Aufrechterhaltung der Erkrankung beeinflussen. Mit Hilfe der strukturellen und funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT) wird die Aktivierung und Konnektivität des Gehirns bei psychischen Prozessen, wie dem Empfinden von Emotionen und Belohnungen, sowohl bei gesunden Probanden als auch bei Patientinnen, untersucht. Zudem ist die Arbeitsgruppe auch in der Schizophrenieforschung tätig, wobei Daten einer groß angelegten Studie genutzt werden, um mit Hilfe neuer Analysemethoden Zusammenhänge zwischen vererbbaren Risikofaktoren und Biomarkern der Schizophrenie herzustellen. Im Bereich Autismus untersuchen wir ebenfalls mittels fMRT, wie die Kombination von medikamentösen und psychotherapeutischen Behandlungen das Denken und Verhalten über neurobiologische Prozesse moduliert.

Der Bereich Familiäre Faktoren Psychischer Störungen wird von Frau Jun. Prof. Julia Martini vertreten und beschäftigt sich mit dem Auftreten von familiären (Vulnerabilitäts-)Faktoren (z.B. perinatale Faktoren, Besonderheiten im Erziehungsverhalten) sowie mit dem Verlauf und der Behandlung von psychischen Störungen bzw. mit psychischen Faktoren bei körperlichen Krankheiten im familiären Kontext. Die Untersuchung der Wirkzusammenhänge erfolgt unter Beachtung der zeitlichen und entwicklungsbezogenen Abläufe multimethodal durch Kombination von Experteneinschätzungen, diagnostischen Interviews, Selbst- und Fremdauskünften sowie Verhaltensbeobachtungen. Ziele sind (1) die prospektive und modellgeleitete Untersuchung von familiären Risikofaktoren und deren Wirkzusammenhängen für psychische Störungen im Kinders- und Jugendalter, (2) die Untersuchung von subjektiven Krankheitsmodellen bei psychischen und körperlichen Erkrankungen im Kinders- und Jugendalter sowie (3) die Entwicklung und Anwendungserprobung von Interventionsansätzen im Behandlungskontext.

Der Bereich Kognitive Entwicklungsneurobiologie wird von Herrn PD Dr. Robert Waltereit vertreten. Viele kinder- und jugendpsychiatrische Erkrankungen – Autismus, ADHS, Intelligenzminderung und Schizophrenie – gehen mit Störungen der Hirnentwicklung einher. Sie entstehen nicht plötzlich, sondern entwickeln sich bereits vor der Geburt, während des Kindes- und während des Jugendalters. Um diese neurobiologischen Mechanismen besser zu verstehen, erforschen wir mit molekularbiologischen und verhaltensbiologischen Methoden die globale und die soziale Kognition. Aktueller Forschungsschwerpunkt ist die Untersuchung der Medikamentenklasse der mTOR-Inhibitoren in der Behandlung des Autismus-ähnlichen Phänotyps im Tsc2+/- (Eker)-Ratten-Tiermodell. Das Ziel ist eine Übertragung der neurobiologischen Erkenntnisse auf mögliche experimentelle Therapien beim Menschen.

Kontakt: Tel. 0351-4587168

E-Mail: kjpforschung@uniklinikum-dresden.de