Autismus

Die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie im Verbund zur Autismus-Forschung (ASD-Netz)

Im Rahmen des „Forschungsnetzes zu psychischen Erkrankungen“ etabliert sich derzeit der Forschungsverbund ASD-Netz (Autism Spectrum Disorder across the lifespan: From a better etiological understanding, through valid diagnosis, to more effective health care, siehe auch http://www.asd-net.de, unter federführender Leitung von Prof. Dr. Inge Kamp-Becker aus Marburg. Die Partner des ASD-Netzes beschäftigen sich mit Diagnostik (3 Projekte), Therapie (3 Projekte) und Gesundheitsversorgung (1 Projekt) im Bereich der Autismus-Spektrum-Störung (engl. Autism spectrum disorders, ASD).

Prof. Dr. Veit Rößner, Direktor unserer Klinik, leitet gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Dr. Nicole Wolff das Projekt zur Entwicklung und Evaluation eines optimierten Screening-Instruments und die Erprobung neuer Therapiemöglichkeiten für den Bereich KJP. Das neue Screening- Instrument zielt nicht nur auf die zuverlässige ASD-Diagnose bei Kindern und Jugendlichen, sondern soll zudem dazu beitragen, Kinder und Jugendliche mit ASD von Patienten mit anderen komplexen Verhaltensstörungen wie ADHS, Sprachstörungen, geistiger Behinderung oder Angststörungen zu unterscheiden. Weiterhin sind die Dresdner Forscher gemeinsam mit Prof. Dr. Luise Poustka vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim/ Medizinische Universität Wien am Therapieprojekt des ASD Net beteiligt. Hier wird untersucht, welchen Effekt das Neuropeptid Oxytocin auf den Therapierfolg eines sozialen Kompetenztrainings bei Jugendlichen mit Autismus-Spektrum Störung hat.

Prof. Dr. Stefan Ehrlich, leitender Oberarzt und Bereichsleiter der „Angewandte Entwicklungsneurowissenschaften“, leitet gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Dipl.-Psych. Joseph King und Stefan Repplinger, M.SC. und in enger Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Peter Kirsch vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim den 2. Teil des Therapieprojektes. Neben klinischen Erfolgsparametern, wird hier mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) untersucht, wie die Kombination eines völlig neuartigen medikamentösen Therapieansatzes (Oxytocin) mit psychotherapeutischer Behandlung das Denken und Verhalten über neurobiologische Pfade moduliert.

Für unser Therapieprojekt sind wir immer auf der Suche nach Jungen im Alter von 12-17 Jahren mit einer Autismus-Spektrum-Störung. Die Teilnahme wird mit einer Aufwandsentschädigung von 100,-€ honoriert.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Veit Rößner, Dr. Katja Albertowski, Prof. Dr. Stefan Ehrlich, Dipl.-Psych. Joseph King, Dr. Nicole Wolff, Dipl.-Psych. Katarzyna Kucharzyk, M.Sc. Julius Steding
Forschungsgruppe: AG Rößner, AG Ehrlich

Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier:

 

Neuronale Netzwerke der Informations- und Emotionsverarbeitung

Autismus-Spektrum-Störungen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen des Jugend- und Erwachsenenalters und äußern sich durch Einschränkungen in sozialen, kommunikativen und motorischen Fähigkeiten sowie durch eingeschränkte und wiederholte Verhaltensweisen. Aktuell ist das Wissen über die Mechanismen und die Ursachen der Autismus-Spektrum-Störungen jedoch immer noch zu gering. Obwohl Autismus oft als Störung im Kindesalter betrachtet wird, besteht diese Störung über die gesamte Lebensspanne hinweg. Dabei verfügen ca. 50% der Betroffenen über eine durchschnittliche oder überdurchschnittliche Intelligenzleistung (Hochfunktionaler Autismus, HFA).

Derzeit untersuchen wir mit Hilfe von funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) und zusätzlich unter Verwendung von Fragebögen neuronale Ursachen der Defizite bei der Verarbeitung sozialer Informationen und bei Belohnungsprozessen bei erwachsenen hochfunktionalen Autisten.

Ansprechpartner: Dipl.-Psych. Joseph King, Dr. Friedrike Tam
Forschungsgruppe: AG Ehrlich